Wahl in Bayern: CSU mit einem weiß-blauen Auge davongekommen

Wahl in Bayern: CSU mit einem weiß-blauen Auge davongekommen

 

Bei der Landtagswahl in Bayern erhielt die CSU am 14. Oktober 2018 nur 37.2 %. Medien kommentieren landauf und ab einen „Bayern-Schock“. Das Ergebnis entspricht freilich in etwa den Umfragewerten im Sommer. In den Wochen zuvor wurden CSU-Werte um 35 und kurz vor der Wahl sogar 33 % vermeldet mit wenigstens angedeutet sinkender Tendenz. Es geisterten bereits Phantasien von einer Regenbogen-Koalition ohne CSU durch die Medien. Die Sensation indessen blieb erwartbar aus.

Bei 37 % lag die CSU doch bereits in den Umfragen bereits vor einem Jahr, im November 2017. Sieht man von einer zwischenzeitlichen Erholung Ende April 2018 auf 42 – 44 % ab, die sich mit der Wahl des neuen Ministerpräsidenten erklären lässt, entspricht das Wahlergebnis grob gesagt, den Umfragewerten des letzten Jahres. Sucht man also nach Gründen dafür, warum die absolute Mehrheit der CSU abhanden kam, so kann man sie nur schwerlich in den letzten Wochen und Monaten vor der Wahl verorten, auch wenn diverse Berliner Querelen dies „über alle Maaßen“ nahelegen sollen.

Tatsächlich entfernte sich die CSU erstmals mit nur noch 43 % im Oktober 2015 (gegenüber 49 % im September 2015). Es war exakt jene Zeit, in der die Flüchtlingswelle Deutschland erfasste und bestimmendes Thema in allen Medien wurde. Die AfD lag damals in den Umfragen übrigens noch bei marginalen 2 %; im Oktober 2015 aber bereits bei 6 %. Nach einigen Schwankungen liegt die AfD in Bayern bereits seit Anfang 2017 konstant im zweistelligen Prozentbereich (und die CSU bei knapp 40 oder darunter).  Da nun auch die FDP seit Sommer 2016 schon andauernd (wenn auch knapp) über der 5-Marke liegt, war das Wahlergebnis des 14. Oktober bereits seit langem so ähnlich absehbar.

Man kann den Verlust der CSU-Mehrheit anhand demoskopischer Zahlen recht eindeutig in den Frühherbst 2015 datieren. Seit derselben Zeit schrumpfen übrigens auch die Werte der SPD kontinuierlich von 20 % (September 2015) auf 15 % (Januar 2017) über 13 % (Sommer 2018) auf 11-12 % in den Wochen vor Wahl. Ende April dieses Jahres lagen SPD und Grüne in Bayern erstmals gleich auf bei 13 %. Seit Juli liegen die Grünen mit zunehmendem Abstand vor der SPD.

Die eigentliche Überraschung der Bayern-Wahl ist somit auch nicht der Verlust der absoluten Mehrheit der CSU – schon von 2008-2013 gab es eine Koalition aus CSU und FDP sondern ist doch eher im Umstand zu sehen, dass im Sommer 2018 SPD und Grüne ihr Stärkeverhältnis ausgetauscht haben.

Bei der Landtagswahl 2013 erreichten SPD und Grüne noch 20.6 % und 8.6 %. Bei der jetzigen Wahl erreichte die SPD nur noch 9.7 %, während die Grünen auf 17,5 % kamen. Die Rollen haben sich vertauscht. Eine historische Zäsur, die noch durch den Fakt untermauert wird, dass die Grünen sechs Direktmandate errangen (davon fünf in Münchens Mitte), wo die SPD der CSU bei den letzten Wahlen von 90 Wahlkreisen allenfalls einmal ein oder zwei Mandaten abtrotzen konnten.

Für die Bayern-SPD ist das Ergebnis desaströs, ist sie von den Grünen nunmehr weiter entfernt als von der existentiellen 5-%-Hürde. Für die immer noch gefühlte Volkspartei wird es zappenduster.

Die CSU hingegen kann relativ gelassen mit den weitgehend analogen Freien Wählern von Bayern aus weiterregieren. Sie ist trotz aller katastrophalen Kommentierungen Wahlsieger geblieben und sozusagen mit einem weiß-blauen Auge davongekommen. Dass man sich derzeit trotzdem zerknirscht gibt , hat ganz sicher vor allem mit der noch anstehenden Wahl in Hessen zu tun, wo die regierende CDU in aktuellen Umfragen nur noch auf 28 % kommt (im Juli 2015 waren es noch 42 %), während SPD und Grüne sich in den Umfragen so langsam bei 20 % annähern. Auch in Hessen stieg die AfD seit Sommer 2015 von 2 auf nunmehr 13 %.

(ys, 15.10.18)

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Oktober 16, 2018 at 2:04 pm Hinterlasse einen Kommentar

Politikersprache: Schwer von Begriff oder nur schön geredet?

erschienen im EuroJournal 1. OKtober 2018

http://www.eurojournal.info/?2018/10/2018-10-01_Schwer_von_Begriff_oder_nur_schoengeredet_Yehuda

Schwer von Begriff oder nur schön geredet?

von der Schwierigkeit, Politikerfloskeln zu verstehen und warum das so schlimm auch wieder nicht ist.

Hört man Politikern (aller Parteien und Gattungen) aufmerksam zu, was man bei tagelangen Sitzungen des Bundestages und zahllosen Interviews üben und vergleichen kann, so bemerkt man zunächst, dass sie in der Regel mit großer Vorsicht sprechen. Zweifelsfrei müssen sie darauf achten, nicht wirklich etwas zu sagen. Dass dem wirklich so ist, geht schon aus ihrer Wortwahl und Ausdrucksweise hervor, die selten klar und oft ausweichend ist und vorläufig klare Aussagen umschifft. Man muss eben eine halbe oder ganze Minute Redezeit halbwegs passabel überbrücken können, für mehr bleibt in der Medieneinfalt ohnehin keine Zeit. Deshalb nun sagen Politiker nichts mehr, sie weisen auf etwas hin: „Worauf ich in diesem Zusammenhang schon letzte Woche hingewiesen habe, ist der Umstand, dass …“ Häufig weisen Politiker aber nicht auf etwas hin, sondern legen etwas nahe oder deuten etwas an: „Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang auch darauf hinweisen, dass ich meiner letzten Rede im Bundestag schon nahegelegt habe und auch bei früheren Gelegenheiten schon angedeutet habe, dass …“

Wenn das nun dem Redner selbst zu schwammig wird, wird er freimütig eingestehen, dass er sich noch nicht festgelegt hat. Politiker entscheiden sich nicht mehr, sie legen sich fest, nach eingehender Prüfung, versteht sich und die muss man fairerweise ja auch abwarten. Alles andere wäre ja vorschnell und dem Ernst der Lage unangemessen. Einstweilen könne man allenfalls eine vorläufige Bewertung abgeben, aber eben kein Urteil. Worum es dabei nun eigentlich geht, sagen sie uns nicht mehr, stattdessen schlagen sie etwas vor oder teilen etwas mit. „Ich teile Ihnen mit, dass wir diesbezüglich heute noch keine Entscheidung getroffen haben und wir erst noch die Beratungen in den Gremien abwarten müssen.“

Politiker antworten auch nicht mehr, sie reagieren. „Bislang haben sie nicht auf unsere Initiative reagiert.“ Eine Initiative ist im „Polit-Sprech“ eine Idee, die zu keinem praktischen Ergebnis führt, vom Zeitgewinn abgesehen. „Wenn sie auf unsere Initiative reagieren, werden wir deren Gegeninitiative eingehend prüfen und dazu Stellung beziehen.“ Nicht antworten, Stellung beziehen: „Und wir werden dann unseren Gegenvorschlag unterbreiten.“

Die vorsichtigen Ausdrucksweisen von Politikern sind für gewöhnliche Menschen oft schwer nachzuvollziehen. Meist klingen sie zwar gut, oft sogar gewichtig, aber selten ist klar, was damit und ob überhaupt etwas damit gesagt werden sollte. Sie lesen keine Berichte, sie überprüfen sie, sie haben keine Meinungen, sondern beziehen Stellung, sie empfehlen nicht, sondern sprechen sich für etwas aus.

Nachdem dann nun aber zu den Initiativen alle Stellung bezogen und die unterbreiteten Vorschläge überprüft wurden, müsste dann eigentlich auch mal etwas getan werden. Das freilich wäre viel zu direkt. Man tut besser erst mal nichts, sondern setzt sich, engagiert und mit viel Elan für etwas ein. Dazu ist es erforderlich, die betreffende Angelegenheit erstmal zur Sprache zu bringen. „Wir haben bei unserer Unterredung das Thema auf meine Initiative auch angesprochen und werden dazu bald eine gemeinsame Erklärung vorlegen, die derzeit noch von den Fachleuten ausgearbeitet wird, so dass wir in dieser strittigen Frage nach langem Stillstand endlich ein wenig voranschreiten können.“

Als Politiker muss man Stillstand oder den Eindruck davon tunlichst vermeiden. Deshalb heißt es immer in Bewegung bleiben. Man schreitet immer voran, bewegt sich auf etwas zu, geht voran. „Haben Sie das Problem gelöst? – Wir haben uns intensiv beraten und in der Tat haben wir in den schwierigen Fragen Fortschritte gemacht.“ Sie gehen aber selten selbst voran, sondern lassen meistens etwas vorangehen oder in Gang bringen: „Wir müssen jetzt erst den ganzen Prozess in Gang bringen“, „… das Gesetz auf seinen Weg bringen“, „… die Initiative voranbringen.“

Wir müssen den Prozess in Gang bringen, um die Herausforderungen der Initiative anzunehmen.“ Keiner hat mehr Probleme, denn Probleme haben Leute mit Problemen. Politiker müssen aber Leute mit Lösungen sein, und an diesen arbeitet man unentwegt, oder berät mit Experten darüber, in Ausschüssen und Gremien, in Kommissionen, Komitees, Beiräten und Arbeitsgruppen, oder wie man sonst Gruppen nennen könnte, die sich über Probleme, … bzw. Lösungen unterhalten. Statt Problemen hat man Herausforderungen. Und dazu brauchen wir Leute, die dazu in der Lage sind, eine schwere Entscheidung zu treffen. Eine schwere Entscheidung ist die Abwägung, wie viel Geld oder geldwerte Vorteile man gegen seine inneren Werte einzutauschen bereit ist. Dabei hilft es sich einzureden, dass man das was man tut, schließlich für das Allgemeinwohl tut. Das ist das, was alle Politiker von sich annehmen und behaupten. Egal welcher Partei sie angehören und welche „Vision“ sie von einem „Allgemeinwohl“ auch immer haben mögen. Letzteres spielt dann – wie auch immer – auf die rechnerisch vorhandene Gesamtbevölkerung an, das Volk, die Wahlberechtigten, abzüglich aller unter 18 oder die zu dement sind, um selbst noch wählen zu können, die aber natürlich trotzdem „irgendwie“ im Blick bleiben müssen, ebenso wie Ausländer oder Asylanten und Flüchtlinge.

Ob die (potentiellen) Wähler nun aber so klug sind, wie Politikstrategen annehmen, ist fraglich. Möglich ist, dass viele nicht die Zeit haben, zu ergründen, was sich hinter den „Umstandswörtern“ (!) zahlreicher Politiker verbirgt. Oft ist das einfach nichts und das „Statement“ in den Nachrichten dient nur dem Zeitgewinn: „Wir müssen erst die Beratungen (die Untersuchungen, die Ergebnisse) abwarten“ … „mit voreiligen Schlüssen ist in dieser Angelegenheit niemanden gedient“. Soll heißen: „Reden wir noch mal drüber, wenn sich die Öffentlichkeit nicht mehr dafür interessiert, … hahaha“. Das liegt freilich auch am Kino-Effekt, der im Fernsehen immer wieder zu Missverständnissen führt. Sieht man im Kino Nahaufnahmen der Protagonisten, so handelt es sich um eine Schlüsselszene und es folgt etwas für die Handlung Wichtiges, der langersehnte Kuss im Liebesdrama, das Geständnis des Täters im Krimi, und dergleichen mehr. Beim Interview mit dem Politiker trügt diese unterschwellige Erwartungshaltung in der Regel. Hier geht es nicht um Spannung oder Zuspitzung, sondern um Gesichtswahrung, darum zwanzig oder dreißig Sekunden ohne Versprecher zu überstehen.

Dabei sind Politiker oft dann am unterhaltsamsten, wenn sie in Schwierigkeiten stecken und … Probleme haben. Dann handelt es sich meist um schlechte Kommunikation, um Missverständnisse und diese Aussage wurde aus dem Zusammenhang gerissen, schlimmer noch die Worte des Politikers wurden verdreht, ihm andere Absichten als die eigenen unterstellt. Das ist deshalb unterhaltsam, da Politiker es berufsmäßig gewohnt sind, Sprache und Sprechabsichten zu vernebeln. Dann den Vorwurf zu erheben, man verdrehe ihre Worte. Schon mal versucht Nebel zu verdrehen? Immerhin muss man berücksichtigen, dass Politiker keineswegs so zartbesaitet sind, wie sie sich geben, wenn sie selbst in Bedrängnis kommen, denn untereinander, genauer gesagt, gegenüber der jeweiligen Konkurrenz wird wenig Rücksicht genommen: es wird einander beschimpft, unterstellt, in Abrede gestellt und beleidigt, was das Zeug hält. Politische Gegner sind demnach völlig außer Stande, redliche Absichten zu haben, sondern haben bestenfalls ihre eigene Klientel im Blick, niemals aber das Allgemeinwohl. Dafür steht man nur selbst ein, niemals der politische Konkurrent.

Wenn sich die Sache trotzdem nicht zurückdrehen lässt und der Politiker zum Politikum wird, heißt es zur einstweiligen Verteidigung oft, die Kritik sei unverhältnismäßig und man müsse wieder zum „eigentlichen Sachthema“ zurückkommen, etwa zur vorgeschlagenen Initiative, … denn das schulde man schließlich „den Menschen da draußen“ (= außerhalb des Smart-TVs), die sich „für die Lösung der Sachfragen interessierten und nicht für Personalquerelen“ … „im Übrigen hatte ja gerade erst vorgestern das von uns beauftragte Meinungsinstitut ermittelt, dass die Hälfte der Deutschen die Initiative der Regierung unterstützt.“

Hilft das auch nicht weiter, kommt es zur vorgeblichen Vermenschlichung: Fehler passieren überall mal. Man hat sie nicht etwa selbst gemacht, wohlgemerkt, sie sind passiert, einfach so. Es gibt Pech im Leben. Leider. Was kann man tun? Irgendwer im Büro hat da was durcheinandergebracht. Kennt jeder, der schon mal mit Behörden zu tun hatte. „Wir lassen gerade von unabhängiger Seite überprüfen, wie man die Abläufe künftig effizienter gestalten und voranbringen kann.“ So als könnte jemand der von uns beauftragt wird, von uns unabhängig sein: „… die Ergebnisse müssen wir erstmal abwarten, alles andere wäre zum gegenwärtigen Zeitpunkt unseriös und dient nur jenen, die daraus politisch Kapital schlagen wollen.“

Im schlimmsten aller Fälle treten Politiker sodann „von allen ihren Ämtern zurück“, immer seltener übrigens „mit sofortiger Wirkung“, weil sie ja ggf. noch kommissarisch im Amt bleiben wollen, bzw. müssen, da ein leerer Stuhl in der Politik als schlimmer angesehen wird, als ein falsch besetzter. Manches passiert aber auch zur Unzeit und es ist nicht immer sofort ein Ersatzposten in der Wirtschaft, bei Instituten oder Behörden frei, der ausreichend dotiert ist. Oft übernimmt man aber einfach nur noch „die Verantwortung“, was heutzutage nicht zwangsläufig den Rücktritt von irgendwas heißen muss, sondern: „Kehren wir zurück zu den Sachthemen.“

Eine sog. „Politikerverdrossenheit“ wurde in den letzten Jahren immer wieder mal beklagt und als Maßstab dafür hielten in der Regel immer die in Prozenten nachweisbaren Rückgänge der Wahlbeteiligungen her. Da für die mitunter lukrative Wahlkampfkostenrückerstattung die Ergebnisse jedoch ohnehin immer auf 100 % hochgerechnet werden, ist die tatsächliche Wahlbeteiligung letztlich irrelevant. Umgekehrt problematisch wird es jedoch, wenn wie derzeit sog. Populisten Zulauf von Unzufriedenen und bisherigen Nichtwählern bekommen. Als Populisten und Demagogen gelten jene, die „dem Volk aufs Maul schauen“ und dabei mitunter weniger wünschenswerten Begehren „des Volkes“ Ausdruck verleihen, etwa eine Begrenzung von Zuwanderung oder die Rückführung von Ausländern, nun ja, ins Ausland. Man könnte auch Denkmäler der Schande beseitigen oder internationale Konzerne enteignen wollen, und dergleichen mehr.

Wer nun aber auch immer dazu neigt – und welcher Politiker tut das nicht ab und an ganz gerne – anzunehmen, seine eigenen Überzeugungen würden von der stillen Mehrheit insgeheim geteilt, der könnte angesichts jener durch Populisten mobilisierten stillen Reserve der Demokratie, womöglich doch innerhalten und sich bei eigenen populistischen Anflügen an der eigenen Nase packen. Wer sich mit vielen, keineswegs homogenen Gruppe der Nichtwählern unterhält, stellt nämlich schnell fest, dass deren politische Vorstellungen sehr oft alles andere als demokratisch sind. Und da ist es vielleicht besser, man hat Politiker, die folgenlose Initiativen ergreifen, als solche, die folgenschwere Fehlentscheidungen treffen, die zwar im kurzfristig einem Mob gefallen mögen, die mittel- und langfristig aber gravierende Folgen haben, für das Allgemeinwohl. Denn manches lässt sich eben auch nicht mehr schönreden. Aber um zum Schluss zu kommen: darauf habe ich in diesem Zusammenhang schon bei anderen Gelegenheiten hingewiesen, meine Damen und Herren.

Oktober 15, 2018 at 1:58 pm Hinterlasse einen Kommentar

Mit Liebe und Musik im Kampf gegen das Böse

Vor genau fünfzig Jahren veröffentlichten die Beatles ihr epochales Album «Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band», welches zusammen mit dem daraus entwickelten Film «Yellow Submarine» zu den einflussreichsten Werken der Popkultur zählt und Legionen von Musikern in aller Welt prägte. Viel mehr noch steht es heute für und geht es um unsere Werte von Freiheit, Offenheit und Toleranz.

Bedroht von Islamisten

Weiterlesen, read more: pdf sgt pepper

snapping Turk at work

http://www.eurojournal.info/

Juni 12, 2017 at 9:06 am Hinterlasse einen Kommentar

666 Die Zahl des Menschen

Zur Einstimmung auf das neue, bald (Februar 2016) erscheinende Buch:

Yehuda Shenef: „666, die Zahl des Menschen“

ISBN:  978-3739238159

666 – the Number of the Beast, by Iron Maiden (1982)

 

Februar 1, 2016 at 7:57 am Hinterlasse einen Kommentar

Apropos … „Überreaktion“…

Zu den Standardreaktionen westlicher und insbesondere auch deutscher Medien und Politiker gehört es Israel wegen mutmaßlicher Überreaktionen oder Unverhältnismäßigkeit im Kampf gegen Terroristen zu ermahnen oder anzuklagen.

Zuletzt war dies im Sommer 2014 so, als Israel nach anhaltenden Beschuss mit Raketen aus dem Gaza-Streifen Stellungen des islamistischen Hamas angriff. Jene die Israel kritisieren, meinen es dem Vernehmen nach „gut“ mit dem Judenstaat und äußern deshalb die Besorgnis, dass Israel mit gezielten Terrorschlägen die Terroristen nicht ausschalten könne. Ganz im Gegenteil könne dadurch die politische und militärische Lage „eskalieren“, sprich umfangreichere Dimensionen annehmen und darüber hinaus auch unbeteiligte Zivilisten in Mitleidenschaft ziehen.

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In Israel hingegen sieht die breite Mehrheit der Bevölkerung das Vorgehen gegen islamistische Terrorangriffe als angemessene und unverzichtbare Selbstverteidigung. Man hat sich aber auch längst daran gewohnt, dass europäische Medien immer wieder für Israels Feinde Partei ergreifen und deren Attacken gegen Israel meistens bagatellisieren und Israels Gegenwehr problematisieren.

Vergleicht man nun aber Israels Vorgehen gegen Terroristen mit dem anderer Staaten, die Ziel von Terroranschlägen werden, ergibt sich ein ganz anderes Bild. Angesichts einer beinahe inflationären, weil fast täglich anwachsender Zahl islamistischer Terrorakte rund herum um den Globus, ist das nicht schwierig. Am Ende einer Woche hat man allenfalls Probleme sich an einzelne Vorfälle zu erinnern.

Die europäischen Reaktionen auf die neuerlichen Terrorakte in Paris auf Fußballstadion, Restaurants und eine Konzerthalle mit über 130 Toten indes belehren uns aber eines besseren und zeigen uns, wie drastisch sich das eigene (euorpäische) Handeln im Bedarfsfall unterscheidet von den wohlfeilen Vorschlägen für andere (Israelis).

Nicht nur die von den Anschlägen betroffen Franzosen bombardieren seit Wochen Stellungen der „Islamstaates“ in Syrien, auch die Briten bomben mit, mittlerweile sogar Ölfelder, als „strategisch wichtige“ Ziele. Auch die deutsche Regierung entsendet nun Tornados, um beim bewaffneten Kampf gegen die Islamisten in Syrien zu helfen, weil immerhin der Verdacht im Raum steht, dass die Terroristen in Paris „irgendwas“ mit dem selbst ernannten Islamstaat zu tun haben könnten.

Neben den Aufklärungsfliegern schickt die Bundesregierung auch gleich noch die Fregatte Augsburg mit, und zudem 1200 Militärs als Personal. Da Sicherheitsexperten bereits davon ausgehen, dass der deutsche Militäreinsatz durchaus zehn Jahre oder länger dauern könnte, ist es durchaus angebracht, kurz innezuhalten, und sich noch mal zu vergegenwärtigen, was gleich noch mal der Auslöser für den deutschen Marschbefehl war: Terroranschläge französischer und belgischer Islamisten auf zivile Einrichtungen in Paris.

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Man kann sich eigentlich kaum ausdenken, wie die deutsche Regierung dann erst auf Anschläge im eigenem Land reagieren wollte. Zweifelsfrei ist jedoch, dass israelisches Militär vergleichsweise zielgerichtet und überschaubar und vor allem rational handelt. Niemand käme in Israel auf die Idee, etwa wegen einen Terroranschlag islamistischer Terroristen auf eine Weihnachtsfeier in einem kalifornischen Behindertenzentrum, bei dem über ein Dutzend Sozialarbeiter mit Maschinengewehren zerfetzt wurden, zum Anlass zu nehmen um israelische Kampfflieger nach Pakistan zu schicken.

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Es ist gut, sich bei Zeiten der jetzigen Reaktionen europäischer Politiker und Militärs zu erinnern, wenn bei der nächsten Gelegenheit – und wird es zweifellos geben – Israel wieder mal zur Verhältnismäßigkeit ermahnt werden soll, weil es unmittelbare Angriffe auf seine Bürger militärisch unterbindet.

Farb Foto Schießen Plärrer Augsburg 2015

* * *
Whenever Israel responds to rocket fire and mortars from Gaza with military power in order to stop the attacks, it usually does not take too long until concerned politicians and media from Europe (and the US) remind the government in Jerusalem to act responsible and proportional and to avoid excessive force, which may cause civilian casualties or even an political or military escalation.
What this consideration actually means may be studied by the European reaction to the newly terror attacks in Paris, where Islamists killed some 130 people near the football stadium, at restaurants and in a music hall.
Not only the French air force did not hesitate to attack the Islamists in Syria, also the Brits joined in and now let blow up oil fields. Also the Germans will send Tornado planes, some 1200 troops as well as a frigate.
And why? What has turned the balance for the German and British decision? Radicalized Islamists from Belgium and France, who maybe have some sort of connection to a terror group somewhere in Syria attacked civilian targets in Paris, … not even in London or Berlin.
Well, but if Israel responds to attacks on its own territory which harms the own people, … it is accused of „overreacting“.
Keep that it in mind for the next occasion … which certainly will come.

Dezember 6, 2015 at 5:34 pm Hinterlasse einen Kommentar

Yehuda Shenef – Trommeln in der Nacht

neues Buch, ab sofort überall bestellbar für 5 Euro:

Trommeln in der Nacht

Yehuda Shenef - Trommeln in der Nacht 2015

ISBN 978-3-7392-1187-9

http://www.bod.de/buch/yehuda-shenef/trommeln-in-der-nacht/9783739211879.html

Trommeln in der Nacht

Im ursprünglichen Stück von Brecht ging es um Heimkehrer aus dem verlorenen Ersten Weltkrieg die auf eine revolutionäre Stimmung in der Heimat stießen und vor diesem Hintergrund um die ganz privaten Verwicklungen in Sachen Glaube, Liebe, Treue und Zuversicht.

Die Adaption versetzt die Handlung in den Sommer 2014 als ein zum Islam konvertierter Heimkehrer aus dem Syrien-Krieg gleichfalls in letzter Minute zur geplanten Verlobung seiner Liebsten stößt, die ausgerechnet am Abend des WM-Endspiels von statten gehen soll.

Der Text wurde im Frühjahr 2015 als Wettbewerbsbeitrag für den seit 2005 jährlich verliehenen Literaturpreis des Bezirk Schwaben zum Motiv „In der Nacht“ eingereicht, wurde aber von der Jury nicht berücksichtigt.

Die Idee des Stücks die Feier von Fußball-Spielen mit der Furcht vor Terroranschlägen durch Islamisten zu verknüpfen, war vor einem halben Jahr sicher noch etwas abwegig, doch spätestens seit den Anschlägen von Paris und der Absage eines Fußball-Länderspiels in Hannover Mitte November 2015 leider kein bloßes Hirngespinst mehr.

(veröffentlicht am 19.11.2015)

November 20, 2015 at 10:19 am Hinterlasse einen Kommentar

Auf Sand gebaut – die Katar-Verschwörung

Manchmal kommt es knüppeldick und verschiedene, ja grundverschiedene Ereignisse und Sachverhalte, die man kaum in Verbindung bringen würde, betreten zur selben Zeit die mediale Weltbühne und halten Beteiligte und Zuschauer in Atem. Da Dinge die im gleichen Zeitraum passieren, nun aber nicht zwangsläufig in ursächlichem Bezug zu einander stehen müssen, ist es vielleicht auch nicht so offensichtlich, zumal zugrundeliegende Fakten nicht immer Allgemeinwissen sind und wirtschaftliche wie politische Verbindungen in den Alltagsnachrichten kaum Raum und Tiefe finden. Der Sommer und Herbst 2015 waren medial bestimmt von der Griechenland-Krise, dem Iran-Atom-Deal, den aktuellen Flüchtlingsströmen in Mitteleuropa, nicht zuletzt auch die Skandale um VW die internationalen Fußballverbände. Dass alles irgendwie in relevanter Weise mit dem kleinen, erst seit 1972 unabhängigen Emirat Katar zu tun hat, liegt keineswegs auf der Hand, kann aber sehr wohl auch nur bloßer Zufall sein.

Mehr: http://www.eurojournal.info/

Auf Sand gebaut – die Katar Verschwörung (pdf/ 3 Seiten)

November 18, 2015 at 5:37 pm Hinterlasse einen Kommentar

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